Orientierung statt Aktionismus
Wenn eine Plattform wie Power BI Premium per Capacity abgelöst wird, reagieren viele Unternehmen reflexartig:
„Wir müssen sofort migrieren.“
„Wir brauchen neue Kapazitäten.“
„Wir müssen alles umstellen.“
Doch genau das führt zu Chaos, unnötigen Kosten und technischen Schulden.
Was Unternehmen jetzt brauchen, ist keine Hektik sondern eine klare, saubere Übergangsstrategie, die technische Realität, organisatorische Reife und Budgetplanung miteinander verbindet.
Ich zeige Dir hier die Vorgehensweise, die sich in der Praxis bewährt hat.
Sie ist strukturiert, realistisch und schützt Teams vor Überforderung.
1. Phase: Analyse – Verstehen, was wirklich da ist
Bevor irgendetwas migriert wird, braucht es Transparenz.
Viele BI‑Landschaften sind über Jahre gewachsen, oft ohne zentrale Steuerung.
Deshalb ist die Analysephase der wichtigste Schritt.
1.1 Inventarisierung aller Workloads
Workspaces
Reports
Datasets
Dataflows
Gateways
Pipelines
Automatisierungen
Benutzergruppen & Berechtigungen
Ziel: Ein vollständiges Bild der aktuellen BI‑Landschaft.
1.2 Kritikalität bewerten
Nicht jeder Workspace ist gleich wichtig.
Ich arbeite hier gern mit drei Stufen:
Business‑kritisch
Wichtig, aber nicht kritisch
Legacy / Low Impact
Ziel: Prioritäten für die Migration festlegen.
1.3 Workload‑Profil erstellen
Fabric‑Kapazitäten müssen auf realen Lasten basieren, nicht auf Bauchgefühl.
Dazu gehören:
Refresh‑Last
Query‑Last
Dataflow‑Last
Spitzenzeiten
Nutzerverhalten
Ziel: Kapazitätsbedarf realistisch einschätzen.
2. Phase: Architektur – Die Zukunft bewusst gestalten
Jetzt geht es darum, ein Zielbild zu definieren, das nicht nur technisch funktioniert, sondern auch organisatorisch tragfähig ist.
2.1 Zielarchitektur definieren
Fragen, die hier beantwortet werden müssen:
Welche Workloads gehören in welche Kapazität
Wie viele Kapazitäten braucht das Unternehmen
Wie wird Workload‑Isolation umgesetzt
Welche Daten gehören ins Lakehouse
Welche bleiben in Datasets
Wie sieht der Deployment‑Prozess aus
Wie wird OneLake genutzt
Ziel: Ein Architektur‑Blueprint, der 3–5 Jahre trägt.
2.2 Governance aktualisieren
Fabric bringt neue Rollen, neue Risiken und neue Möglichkeiten.
Wichtige Elemente:
Rollen & Berechtigungen
Workspace‑Standards
Naming‑Konventionen
Deployment‑Pipelines
Data‑Lifecycle‑Management
Monitoring & Alerting
Kostenkontrolle
Ziel: Ein Governance‑Modell, das Stabilität schafft.
2.3 Kostenmodell neu denken
Fabric ist flexibler aber auch komplexer.
Wichtig sind:
Kapazitätsgrössen
Workload‑Platzierung
Forecasting
Budgetverantwortung
Skalierungsregeln
Ziel: Kostenkontrolle statt Überraschungen.
3. Phase: Migration – Schritt für Schritt, nicht alles auf einmal
Jetzt beginnt die eigentliche Umsetzung – aber bewusst, kontrolliert und priorisiert.
3.1 Pilot‑Workspaces auswählen
Ich empfehle:
1 Workspace mit reduzierter Komplexität und hohem Business Value
1 Workspace für nutzbringenden MVP
Ziel: Erfahrungen sammeln, bevor die breite Migration startet.
3.2 Kapazitäten bereitstellen
Fabric‑Kapazitäten einrichten
Workload‑Isolation konfigurieren
Monitoring aktivieren
Governance anwenden
Ziel: Ein stabiles Fundament für die Migration.
3.3 Migration durchführen
Workspaces verschieben
Refresh‑Prozesse prüfen
Dataflows testen
Berechtigungen kontrollieren
Performance optimieren
Ziel: Saubere, kontrollierte Übergänge ohne Ausfälle.
3.4 Teams begleiten
Fabric ist ein Paradigmenwechsel.
Teams brauchen:
Schulungen
Guidelines
Best Practices
Architektur‑Sessions
Q&A‑Formate
Coaching
Ziel: Kompetenz statt Überforderung.
4. Phase: Stabilisierung: Die neue Normalität etablieren
Nach der Migration beginnt die Phase, die oft vergessen wird.
4.1 Monitoring & Optimierung
Kapazitätsauslastung
Workload‑Verhalten
Refresh‑Performance
Kostenentwicklung
Governance‑Compliance
Ziel: Stabilität und Effizienz sicherstellen.
4.2 Kontinuierliche Verbesserung
Fabric entwickelt sich schnell.
Unternehmen sollten:
Regelmässig Architektur‑Reviews durchführen
Neue Features evaluieren
Governance anpassen
Kosten optimieren
Teams weiterbilden
Ziel: Eine Data Platform, die mit dem Unternehmen wächst.
Mein Fazit: Eine gute Übergangsstrategie ist kein Luxus, sie ist ein Risikoschutz.
Die Ablösung von Power BI Premium per Capacity ist nicht optional.
Aber sie ist auch kein Grund zur Panik.
Mit einer klaren, strukturierten Übergangsstrategie wird die Migration zu Fabric:
planbar
kontrollierbar
kosteneffizient
technisch sauber
organisatorisch tragfähig
Und genau hier unterstütze ich Euch:
Mit Erfahrung, Klarheit und einer Roadmap, die Teams stärkt statt überfordert.
